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Father Elija - Eine Apokalypse

Michael O’Brien, Übersetzung Gabriele Kuby, Neuerscheinung Sept. 2008, 2. Auflage Dezember 2008, gebunden, 544 S.

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Wer Father Elijah in die Hand nimmt, legt das Buch meist erst wieder weg, wenn er es zu Ende gelesen hat. Es wurde in sieben Sprachen übersetzt, und hat in Deutschland nach zwei Monaten bereits die 2. Auflage.

Der karmelitische Mönch Pater Elijah, Überlebender des Warschauer Ghettos, wird vom Papst mit einer geheimen Mission beauftragt: Er soll den „Präsidenten“, der im Begriff ist, zum Weltherrscher aufzusteigen an seine Seele erinnern … ein abenteuerliches Unterfangen, das dem Leser ebenso Einblick gibt in die Kämpfe hinter den Mauern des Vatikans wie in die Kämpfe in der menschlichen Seele. Gefesselt von der Spannung der Handlung, bemerkt der Leser am Ende staunend, dass seine innere Welt heller geworden ist und er Antworten auf große Fragen unserer Zeit bekommen hat.

Resonanz

Paul Badde
„Ein fesselndes Meisterwerk. O’Brien besingt die Apokalypse nicht als mythischen Thriller, sondern als großen Trost der christlichen Offenbarung.“


Alexander Kissler
„Father Elijah“ unterhält ungemein… Ihr Menschen, mahnt O’Brien, laßt euch nicht blenden, denn Einheit ohne Liebe ist Unfreiheit… ein außergewöhnliches Buch…


Der Kardinal und die Yoga-Priester
Besprechung von Alexander Kissler, SZ, 22. 08. 2008

Ein katholischer Mystery-Thriller: Michael D. O‚Briens Bestseller „Father Elija” nun auch auf Deutsch
Jeder konventionelle Roman mündet in eine Apokalypse. Seine Fabel läuft einem unwiderruflichen Ende entgegen, und erst final wird aufgedeckt, wie es eigentlich gewesen ist, worauf es ankam von Anfang an. Stark apokalyptisch geprägt sind Krimis, Thriller, Detektivgeschichten, die gut und böse schließlich scheiden. Die buchstäbliche Apokalypse aber, begriffen als frei und oft martialisch herbeifabulierte Endzeitphantasie, rechnet zur literarischen Bückware. Der Kanadier Michael D. O‚Brien, 1948 in Ottawa geboren, wollte diesem Missstand abhelfen. So entstand 1996 ein Bestseller, der mittlerweile zum Curriculum einiger US-amerikanischen Universitäten zählt. Jetzt liegt „Father Elijah” auf Deutsch vor: eine Flaschenpost aus einer Zukunft, die sehr heutig ist.

O‚Brien selbst, Autor von sechs Romanen und zahlreichen Essays, will an das letzte Buch des Neuen Testaments anknüpfen. Die Offenbarung des Johannes sei „ein Mahnruf, eine Ermutigung, ein Lehrinstrument und eine Vision von Ereignissen, die eines Tages wirklich geschehen werden.” Wozu also soll „Father Elijah” ermahnen? Welchen Mut will O‚Brien stärken, welche Lehre weitertragen, welche Vision gestalten? Und sind das überhaupt legitime Fragen an einen katholischen Mystery-Thriller wie diesen, der zuweilen wie ein gewendeter Dan Brown daherkommt oder wie ein getaufter Douglas Preston?
„Father Elijah” unterhält ungemein, obwohl sein Titelheld auf einem Berg von Leid steht. Daniel Schäfer, ein Warschauer Jude, kam als einziges Familienmitglied nicht in Auschwitz um. Nach dem Krieg zog er nach Israel, wurde Anwalt, heiratete Ruth, die bald bei einem Anschlag starb – „die unerbittlich leeren Jahre begannen”. Er konvertiert zum Christentum, wird Karmelitermönch und heißt von Stund an Elijah. Seine Zuneigung gilt der Archäologie und der apokalyptischen Fachliteratur. Sein Blick ist meist verhangen, er fühlt sich alt und müde. Dennoch ruft der Papst ihn nach Rom, um den Untergang der Christenheit zu verhindern. Der neue Präsident der Europäischen Union will eine „globale Zivilisation” errichten.

O‚Brien hat offenbar mit Bravour „Creative writing”-Seminare absolviert. Er schreibt voltenreiche Dialoge über viele Seiten, und er weiß, wie man aus Gegensätzen und Unwahrscheinlichkeiten Spannung erzeugen kann. Ein kleiner, schwacher, zweifelnder und zögerlicher Antiheld muss in „Father Elijah” im Kampf mit einem charismatischen Machtmenschen bestehen, dessen Güte das maskierte Böse ist. Elijahs Gegenspieler, stets „der Präsident” gerufen, weil das Böse namenlos ist, hält alle Trümpfe in der Hand, hat Reichtum, Witz und Charme auf seiner Seite.

Ihn bejubelt die Welt. Sie erhofft sich den „Bewusstseinssprung in ein neues Zeitalter universaler Harmonie”. Auf der Warschauer „Welteinheitskonferenz” verkündet der Präsident, erst die heutige Generation sei dazu in der Lage. „Niemand hat vor uns das große Geheimnis des Universums erkannt. Das Universum lebt. Es hat uns geschaffen, wir sind Teil davon.”
Die solchermaßen propagierte „nächste Stufe der Evolution” verbindet Naturkult und Unschuldswahn, Atheismus und Humanismus, ist in der Summe ein militanter Neo-Monismus. Anna Benedetti, als naturrechtlich argumentierende Richterin eine agnostische Verbündete Elijahs, charakterisiert mit diesem Begriff das Ethos des Präsidenten. Sie bezahlt ihren Widerstand gegen die „Flamme des universalen Lichtes” mit dem Leben. An Morden wird generell nicht gespart. Auch der Vatikan ist eine Schlangengrube, in dem die Verwanzer und Kollaborateure ein und aus gehen. Täglich einsamer wird es um Elijah.
Mit allerlei polemischen und satirischen Spitzen bedenkt O‚Brien die liberalistische Fronde um einen Kardinal, der die Kirche zu einem Hort der neuen Weltordnung machen will. Unter dem – bekanntlich keineswegs erfundenen – Banner des Dialogs und des Aggiornamento soll der christliche Glaube zur bloßen Weltanschauung werden, ohne Gebet, ohne Sakramente, ohne Erinnerung. Priester, die nicht mittun, werden verleumdet oder in Umerziehungslager gesteckt, sogenannte „Aquarius-Paradigma-Zentren”. Dort reden Nonnen über Sex, Priester betreiben Yoga und tanzen in Badehosen um ein Lagerfeuer, tragen dabei Hirschgeweihe auf dem Kopf.

Elijah, Anna und der Präsident sind eindrücklich konturierte, bewegende Figuren, keine Thesenroboter. Klug hat O‚Brien den gegenwärtigen Umschlag beobachtet vom Individualismus zur Sehnsucht nach pseudoreligiös aufgeladener Vergemeinschaftung und prophezeit auf dieser Grundlage das Kommen eines neuen Politikertyps. Dieser wird die Synthese sein aus Wirtschaftsmacht und spiritueller Rhetorik. Er wird kurzen Prozess mit den verstockten Alteuropäern, den „Abendländern”, machen. Ihr Menschen, mahnt O‚Brien, lasst euch von dieser Vision nicht blenden, denn Einheit ohne Liebe ist Unfreiheit. Ihr Gläubigen, lehrt „Father Elijah”, lasst euch nicht einreden, das Christentum sei desto christlicher, je mehr es sich verweltlicht. Und lasst euch nicht von theologischen Klügeleien in die Irre führen: „Es gibt keinen Stolz, der uns süßer schmeckt und uns mehr versklavt, als die Illusion überlegenen Wissens.”

Dieses außergewöhnliche und außergewöhnlich bekenntnisfreudige, nur momentweise kitschige Buch endet nicht mit Donner und Gloria, sondern leise, wie es begann – und ergo apokalyptisch, erscheint doch „die reale Apokalypse als Normalität, weil wir mittendrin sind.”


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